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So gut ist die Hundenase

Feine Nase - große Leistung

Tiere mit einem gut entwickelten Geruchssinn werden in der Fachwelt als Makrosmatiker bezeichnet. Dieses Sinnesorgan wird überwiegend zur Orientierung, Partnersuche, Futtersuche, aufspüren von Territorien und ähnlichem genutzt. Unsere Hunde sind Nasentiere und gehören deshalb zu den Makrosmatikern. Sie nutzen Ihren Geruchssinn mehr als ihre anderen Sinne. 

Die Nase des Hundes ist ein interessantes Gebilde, welches sich zur menschlichen Nase in Form und Aufbau unterscheidet. 

Die Unterschiede beginnen bereits an der Nasenspitze. Unsere Nase ist eher klein und auf unser Gesicht "aufgesetzt". Die Nasenspitze des Hundes wird als Nasenschwamm bezeichnet und weißt ein Muster auf, welches von Hund zu Hund unterschiedlich ist. Dieser Nasenabdruck gleicht einem Fingerabdruck. Auch die Nasenlöcher unterscheiden sich optisch und funktionell zu unseren. Wir haben rundliche geschlossene Nasenlöcher durch die wir ein und ausatmen. Hund hingegen haben ovale Nasenlöcher die zur Seite hin schlitzartig auslaufen. 

 

Diese Schlitze haben einen wichtige Aufgabe. Bei der Geruchsaufnahme Atmet der Hund die Luft durch die Nasenlöcher ein und die Ausatemluft wird durch die seitlichen Schlitze nach außen befördert. Das ist ein geniales System, welches dem Hund ermöglicht die Umgebung genau zu erkunden. Denn wenn die Ausatemluft durch die Schlitze zur Seite gedrückt wird, können die Geruchspartikel die vor den Nasenlöchern liegen, nicht aufgewirbelt werden. 

 

 

Aber nicht nur dieses ausgeklügelte System ermöglicht dem Hund die Umgebung genau zu analysieren.

 

Was verbirgt sich im inneren der Nase?

Die Nasenscheidewand

Die Nasenscheidewand teilt die Nase in zwei Hälften. Das ermöglicht dem Hund das Richtungsriechen. Je nachdem in welcher Nasenseite mehr Geruchsmoleküle ankommen, kann der Hund feststellen in welche Richtung sich zB. das gesuchte Objekt (Beutetier) bewegt hat. Dieses Richtungsriechen kann man häufig beobachten, wenn der Hund eine Fährte aufgenommen hat. 

Die Nasenhöhle

In den Nasenhöhlen liegen knöcherne Lamellen die mit Schleimhaut überzogen sind. Diese Lamellen sind gerundet und werden deshalb auch als Nasenschnecken bezeichnet. Der Mensch hat einfache und relativ kleine Lamellen, weshalb viel Hohlraum in der Nase ist. Im Vergleich hat der Hund sehr viele dieser Lamellen weshalb die Nasenhöhle gut gefüllt ist. Aufgrund der zahlreichen Lamellen besitzt der Hund eine enorme Oberfläche die mit Schleimhaut überzogen ist. Die Atemluft kann viel feiner gesteuert und analysiert werden. 

Aufgrund eines kleinen Knochenfortsatzes unterhalb des Nasendaches wird die eingeatmete Luft in einer Art Sackgasse gestaut. Dort befinden sich zahlreiche Riechzellen,. Ca 80-90% der Atemluft wird über die Atemschleimhaut gereinigt, befeuchtet, angewärmt und auf direktem Wege in die Lunge befördert. Ca 10-20% der aufgenommen Luft strömt in diese kleine Sackgasse unterhalb des Nasendachs. Dort reichern sich die Duftmoleküle an und können durch die Riechschleimhaut in großer Zahl aufgenommen werden. Beim Ausatmen wird die Luft in der Sackgasse mit nach außen gedrückt. 

Die Schleimhäute

Die Atemschleimhaut überzieht die Lamellen in den Nasenhöhlen und hat die wichtige Aufgabe die Atemluft von Schmutz zu reinigen. Dies geschieht über feine Flimmerhärchen, an denen der Schmutz haften bleibt und durch Nasensekret und dem Niesen wieder nach außen befördert wird. Außerdem wird die Atemluft befeuchtet und angewärmt.

 

Die Riechschleimhaut beherbergt extrem viele Riechzellen. Diese Riechzellen liegen in der Schleimhaut und Ihre Zilien (feine Kanäle) reichen bis an die Oberfläche der Schleimhaut. Duftmoleküle haften an den Zilien, welche ein elektrisches Signal an das Riechhirn weiterleiten. Dort wird diese Information verarbeitet.

Menschen besitzen zwischen 20-30 Millionen Riechzellen, Hunde etwa 250 Millionen und ein Aal ca 1 Milliarde Riechzellen. (Quelle Wikipedia)

Jacobson Organ

Hunde können Gerüche nicht nur Riechen, sie sind auch in der Lage Gerüche zu "schmecken". Dies funktioniert über ein ausgeklügeltes System. Hunde nehmen eine kleine "Kostprobe" ihrer Umgebung (zB Urin) und befördern diese zum Eingang des Jacobson Organ. Der Hund fängt in der Regel mit dem Zähneklappern oder Schmatzen an, zudem läuft oder tropft Speichel aus dem Maul. Der Eingang befindet sich hinter den Oberen Schneidezähnen und kann bei vielen Hunden leicht durch eine kleine Erhöhung zu erkennen sein. 

 

 


Das eigentliche Jacobson Organ befindet sich im Inneren der Nase und ist ein starres Gebilde welches direkt die Geruchsmoleküle analysiert und ohne größere Umwege in die Hirnareal leitet, welche für die weitere Verarbeitung oder Reaktion zuständig sind. 

Nicht nur Hunde schmecken Gerüche, auch Pferde und vor allem Schlangen nehmen Gerüche über das Jacobson Organ auf. Bei Pferden wird dieses Verhalten Flehmen genannt und Schlangen züngeln. 


Das Riechhirn

Informationen aus den Geruchsmolekülen werden von den Riechzellen an den Riechkolben geleitet. Der Riechkolben liegt im vorderen Bereich des Gehirns. Bei uns Menschen ist der Riechkolben eine kleine dünnere Struktur, bei Hunden hingegen ist dieser Bereich um einiges größer.

Riechbahnen leiten die Informationen aus dem Riechhirn in andere Bereiche des Gehirns. Dort wird den die Informationen zu Emotionen oder Reaktionen verarbeitet.

 

Brachycephalie

Jeder kennt Hunde mit sehr kurzen Nasen und großen runden Köpfen. Die Rede ist von brachycephalen Hunde. Hierzu gehören Hunde wie der Boxer, der Mops, die Französische Bulldogge, Boston Terrier uvm. Aufgrund ihrer extremen Züchtung ist die Nase oft stark deformiert. Die Nasenschnecken sind zu dicht und eng, damit ausreichend Sauerstoff durch die Nase geleitet werden kann. Oftmals leiden diese Hund an zu engen Nasenlöchern, einem viel zu großen Gaumensegel, einer zu großen Zunge und verengten Bronchien. Diese Deformationen führen häufig dazu, dass diese Hunde nur sehr schwer Luft bekommen, die Ausdauer stark eingeschränkt ist und der Kreislauf diesem Umstand nicht standhalten kann. Auch die Geruchsfähigkeit leidet bei brachycezphalen Rassen stark. Besonders für Nasentiere ist dieser Umstand nicht besonders schön. 

 

 

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